Liebe Fatima-Freunde,

„Der Friede sei mit euch.“

Das ist das Erste, was Jesus den Aposteln nach seiner Auferstehung sagt. Auch die Muttergottes von Fatima stellt den Frieden gleich bei ihrer 1. Erscheinung in den Mittelpunkt.

Am 13. Juli 1917 sagte die Muttergottes in Fatima zu den Kindern: „Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, dann wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Krieg und Verfolgungen in der Kirche heraufbeschwören. Die Guten werden gematert werden und der Heilige Vater wird viel zu leiden haben. Verschiedene Nationen werden vernichtet werden.“

Die heilige Jacinta, das Hirtenkind von Fatima, sagte kurz vor ihrer Einlieferung ins Krankenhaus am 1. Juli 1919 zu ihrer Cousine Lucia: “Man soll den Frieden von unserer himmlischen Mutter erbitten, da Gott ihn ihr anvertraut hat.“

Leider kommt oft der Eindruck auf, dass uns gar nicht wirklich bewusst ist, wie wichtig der Friede für uns ist. Dies ist auch nicht verwunderlich, da wir hier in Deutschland seit 80 Jahren nicht direkt von einem Krieg betroffen sind.

An die Auswirkungen von Kriegen in der Welt oder selbst in Europa, gewöhnen wir uns schnell. Wirtschaftliche Einbußen oder Flüchtlingsströme sind normal geworden. Auch unmittelbare Angriffe auf unsere Fernmeldeeinrichtungen, Pipelines in der Ostsee oder Cyberangriffe erzeugen in uns nicht das Gefühl, im Krieg zu sein. Doch der Eindruck der Sicherheit trügt.

Am 20. März diesen Jahres hat der Iran den 4000 km entfernten Militärstützpunkt der Amerikaner und der Briten auf der Insel Diego Garcia im Indischen Ozean mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Raketen hätten auch einen US-Stützpunkt in Deutschland erreichen können. Der US-Flughafen Ramstein in der Eifel ist nur 4000 Kilometer vom Iran entfernt.
Auch der Kriegsschauplatz in der Ukraine ist nur 10 Autostunden von meinem Wohnort Regensburg entfernt.

Wir sollten also alles tun, um Kriege in der Welt und bei uns zu verhindern bzw. zu beenden. Es ist sicherlich gut und sinnvoll, wenn wir gegen Aufrüstung protestieren. Aber wir dürfen auch nicht naiv sein und durch Schwäche andere zur Gewaltanwendung ermutigen. Ebenso falsch ist es, so starke Streitkräfte aufzubauen, dass sich andere Länder bedroht fühlen. Es ist wirklich ein Dilemma, das mit menschlichen Anstrengungen nicht dauerhaft gelöst werden kann. Gewaltanwendungen lösen immer Gegengewalt, oder schlimmer ausgedrückt, Rache aus. Auch das anerkennenswerte Bestreben, in Friedensverhandlungen Gerechtigkeit sicherzustellen und den Aggressor in Verantwortung zu nehmen, führt meist dazu, dass die Konflikte länger dauern und das Gesamtleid zunimmt. Schuld ist selten eindeutig feststellbar.

Wie kann Gott uns helfen, dauerhaft Frieden zu erreichen?

Gott hätte sicherlich die Möglichkeit, uns in seiner Allmacht  über unseren Kopf hinweg zu guten, friedfertigen Menschen zu machen. Aber: Er lässt uns unsere Freiheit gut zu handeln oder schlecht zu handeln.

Aber wir können uns in unserer Freiheit Jesus zum Beispiel nehmen und auf sein Leben und Leiden blicken. Durch das, was uns in der Bibel über Jesus überliefert ist, wird uns klar, wie groß die Versöhnungsbereitschaft und Liebe Gottes ist.

Jesus lehrt uns, dass echter Friede aus einer Beziehung von uns Menschen zu Gott, aus Vergebung, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und dem Nachahmen seiner Lehre entsteht.
Wenn wir zumindest versuchen, Jesus als Vorbild zu nehmen und ihm nachzufolgen, so wird sich als erstes bei uns persönlich innerer Friede einstellen.

Weiter wird sich in der Folge davon auch Friede in unseren Familien, in der Nachbarschaft, sowie sozialer Friede und internationaler Friede einstellen.

Dazu ist es notwendig, dass wir, und vor allem auch unsere Kinder und Enkel, unseren Glauben und die Aussagen der Bibel  kennen. Auf dieser Grundlage können wir durch beispielhaftes Handeln und mit Gottes Hilfe Frieden in die Welt bringen.

Neben den Handeln können wir durch Gebet die Welt verändern. Papst Leo XIV. sagte am 11. April 2026 in seiner Ansprache während der Gebetsvigil für den Frieden: „Das Gebet lehrt uns zu handeln. Die begrenzten menschlichen Möglichkeiten verbinden sich im Gebet mit den unendlichen Möglichkeiten Gottes. Gedanken, Worte und Taten sprengen so die teuflische Fessel des Bösen und stellen sich in den Dienst des Reiches Gottes: eines Reiches, in dem es weder Schwerter noch Drohnen, weder Rache noch Verharmlosung des Bösen und auch keinen ungerechten Gewinn gibt, sondern allein Würde, Verständnis und Vergebung.“

Wir dürfen fest darauf vertrauen, dass unsere Gebete Kraft haben, Veränderungen hervorzubringen. Es gibt viele Beispiele wie durch das vertrauensvolle, innige und dauerhafte Gebet vieler Menschen große Probleme gelöst wurden. Hier sei beispielhaft der unblutige Abzug der russischen Besatzungstruppen aus Österreich im Jahr 1955 genannt. In Gesprächen höre ich von Menschen auch immer wieder von Heilungen und Problemlösungen im persönlichen Bereich, nachdem sie sich vertrauensvoll an Gott gewandt haben oder aber die Muttergottes um Fürsprache bei Gott gebeten haben.

Ich möchte Sie daher in einer Zeit zunehmender Spannungen eindringlich bitten und ermutigen, sich im Gebet vertrauensvoll an Gott zu wenden und um Frieden zu bitten. Um Frieden im eigenen Herzen, in der Familie, zu den Mitmenschen, vor allem um Frieden zwischen den Nationen.

Es ist leichter einen Krieg zu verhindern, als ihn zu beenden.

 

Liebe Mitglieder und Freunde des Fatima-Weltapostolates Deutschland,

„Jesus möchte sich deiner bedienen, damit die 
Menschen mich erkennen und lieben.
Er möchte auf Erden die Verehrung meines 

Unbefleckten Herzens begründen.“

Diese Worte der Muttergottes am 13. Juni 1917 galten dem Hirtenkind Lucia. Während die beiden jüngeren Hirtenkinder, Francisco und seine Schwester Jacinta, schon wenige Jahre später in den Himmel geholt wurden, hat ihre Cousine Lucia die Botschaft von Fatima bis zu ihrem Tod am 13. Februar 2005 in aller Welt verbreitet.
Heute gelten die Worte der Muttergottes uns. Jesus will sich Unserer und unserer Fähigkeiten bedienen, damit seine Mutter erkannt und geliebt wird, und die Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariens gefördert wird.

Diese Förderung kostet aber auch Geld, viel Geld. Geld, das wir allein durch Ihre Spenden zusammen bekommen. Bis zum Jahr 2024 haben sich die Einnahmen und Ausgaben etwa die Waage gehalten. Seit dem letzten Jahr sind die Spenden für unser Apostolat um ca. 20 % zurückgegangen. Auch für die ersten drei Monate des Jahres 2026 ist ein Rückgang von 20 % gegenüber den ersten Monaten der Vorjahre festzustellen. Was vor allem der unsicheren Wirtschaftslage zuzuschreiben ist. Die Unkosten sind dem gegenüber, wie Sie sich denken können, natürlich deutlich gestiegen.

Die weitere Arbeit unseres Fatima-Weltapostolats in Deutschland wird daher wohl in der gewohnten und bewährten Form bald nicht mehr möglich sein. 
Angesichts der sich zuspitzenden Situation in unserem Land und in der Welt ist die Verbreitung der Botschaft von Fatima jedoch wichtiger denn je.

Wie Sie wissen entwerfen, drucken und verteilen wir Flyer und anderes Informationsmaterial über nahezu alle Themen der Botschaft von Fatima. Wir bieten Bücher, DVDs, Rosenkränze und Muttergottes-Statuen zum Verkauf an. Wir betreiben eine Internetseite, auf der sich jeder kostenfrei über alle relevanten Dinge der Botschaft von Fatima informieren kann. Wir organisieren jährlich Wallfahrten nach Fatima. Wir stehen für Gespräche und Fragen zur Verfügung. Wir unterhalten eine kleine Kapelle, in der wir regelmäßig Gebetszeiten und Gottesdienste anbieten. Das alles ist nur möglich durch Freunde des Apostolates, die ehrenamtlich tätig sind, und eine bzw. zwei Personen, die wir halbtags bzw. stundenweise in unserem Büro beschäftigen und die die ständig anfallenden Arbeiten erledigen.Auch der Unterhalt unserer Kapelle und der Gedenkstätte am Marienküppel ist nicht ohne finanzielle Mittel möglich. Insgesamt haben wir in den letzten Jahren für die beschriebenen Arbeiten Auslagen in Höhe von durchschnittlich 50.000 Euro pro Jahr gehabt.

Wir haben immer darauf verzichtet, einen regelmäßigen Mitgliedsbeitrag zu erheben, aber ich bitte nun alle, denen es möglich ist, herzlich, im Sinne der Muttergottes zusammenzustehen und die Arbeit des Apostolats mit einer großherzigen Spende – evtl. auch per Dauerauftrag - zu unterstützen.

So können wir weiterhin dem Auftrag Jesu nachkommen. Wir wollen alles tun, damit die Menschen seine Mutter, Unsere Liebe Frau von Fatima, und ihr Unbeflecktes Herz erkennen, lieben und verehren.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Der Vorstand

 

Unsere Spendenkonten:

Sparkasse Fulda  IBAN:       DE10 5305 0180 0046 5191 91   BIC:       HELADEF1FDS

Raiffeisenbank   IBAN:       DE42 5306 2350 0003 3388 00   BIC:       GENODEF1PBG

Postbank Stuttgart IBAN:     DE07 6001 0070 0005 0797 08   BIC:       PBNKDEFF

 

 

Das große Versprechen von 1925

1. Im Garten des Klosters in Pontevedra

Es war im Herbst 1925. Sr. Lucia ging in den Garten hinter dem Kloster. Da traf sie einen Jungen. Sie fragte ihn, ob er das „Ave-Maria“ kenne, und er antwortete mit Ja. Sie bat das Kind, ihr das Ave aufzusagen. Weil der Junge es alleine nicht sagen wollte, sagten Sr. Lucia und der Junge es dreimal gemeinsam. Zum Schluss bat sie das Kind erneut, ihr das Ave aufzusagen. Weil das Kind schwieg und das Ave alleine nicht sagen konnte, fragte Sr. Lucia den Jungen, ob er die Kirche der hl. Maria kenne. Die Antwort war Ja. Sr. Lucia gab ihm den Auftrag, jeden Tag dorthin zu gehen und Folgendes zu sagen: „O, meine himmlische Mutter, schenke mir dein Jesuskind.“ Dann ging die Postulantin wieder ihrer Arbeit nach und vergaß die Begegnung im Garten.

2. Pontevedra, am 10. Dezember 1925
in der Klosterzelle von Sr. Lucia

In der Klosterzelle erschien die heiligste Jungfrau Maria und neben ihr auf einer Wolke das Jesuskind. Das Kind sprach zuerst. Es sagte zu Sr. Lucia:

«Habe Mitleid mit dem Herzen deiner heiligsten Mutter, 
umgeben von Dornen, mit denen die undankbaren Menschen 
es ständig durchbohren, ohne dass jemand einen Sühneakt 
leisten würde, um sie herauszuziehen.»

Darauf sagte die heiligste Jungfrau:

„Meine Tochter, siehe mein Herz, umgeben von Dornen, mit denen es die undankbaren Menschen durch Lästerungen und Undankbarkeit ständig durchbohren. Bemühe wenigstens du dich, mich zu trösten und mache bekannt, dass ich verspreche, all jenen in der Todesstunde mit allen Gnaden, die für das Heil dieser Seelen notwendig sind, beizustehen, die fünf Monate lang jeweils am ersten Samstag beichten, die heilige Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und mit mir eine Viertelstunde verbringen, indem sie die Geheimnisse des Rosenkranzes betrachten, in der Absicht, mir dadurch Sühne zu leisten.”

Klosterzelle von Sr. Lucia

Klosterzelle von Sr. Lucia

3. Wiederum im Garten des Klosters in Pontevedra
Am 15. Februar 1926, knapp zwei Monate nach dem Auftrag der Muttergottes, die Andacht zu ihrem Unbefleckten Herzen zu verbreiten, trug Sr. Lucia einen Abfallbehälter in den Garten. Dort traf sie erneut den Knaben vom Herbst des Vorjahres. Sofort fragte sie das Kind: „Hast du die himmlische Mutter um ihr Jesuskind gebeten?“  Das Kind schaute sie an und antwortete mit einer Gegenfrage: „Und hast du das in der Welt verbreitet, worum dich die himmlische Mutter bat?“ In diesem Moment verwandelte es sich in ein strahlendes Kind. Als Sr. Lucia merkte, dass es Jesus war, sprach sie von den Schwierigkeiten, denen sie als Klosterfrau hinter Klostermauern begegne. Weiter berichtete sie dem Jesuskind, dass die Oberin schon einiges getan habe, um die Sühnesamstage zu verbreiten, der Beichtvater ihr jedoch mit dem Argument entgegentrat, dass sie allein nichts vermöge. Jesus gab ihr zur Antwort: „Es ist wahr, dass deine Oberin allein nichts vermag, aber mit meiner Gnade kann sie alles.“

Der Westteil der Iberischen Halbinsel mit einigen Orten im Zusammenhang mit der
Botschaft von Fatima
 

Logo zum 100. Jahrestag der Erscheinung UNSERER LIEBEN FRAU VON FATIMA in Pontevedra
 

Die Erscheinung des Jesuskindes und der Gottesmutter in Pontevedra am 10. Dezember 1925 ist Teil der Botschaft von Fatima. Es ist wichtig, diese Erscheinung ebenso wie die Engelerscheinungen im Jahr 1916 und die Erscheinung der Heiligen Dreifaltigkeit in Tuy im Jahr 1929 im Bewusstsein der Christen wach zu halten. 
Aus diesem Grunde wird ein Marianisches Jubiläum beginnend mit dem 10. Dezember 2025 bis zum 10. Dez 2026 in der Kirche gefeiert. 
Ein zentraler Ankerpunkt aller Aktivitäten und Feiern ist ein vom Spanischen Weltapostolat gestaltetes Logo.

Es zeigt ein stilisiertes Herz, umrandet von einer Doppellinie, in zwei Farben: Blau und Rot. Die blaue Farbe symbolisiert die Jungfrau Maria, während Rot ihr leidendes Herz darstellt, das von den Sünden der Menschheit verwundet ist und um Sühne bittet. Rechts vom Herzen befinden sich fünf blaue Kugeln, die die fünf Vergehen gegen das Unbefleckte Herz Mariens symbolisieren. Im Zentrum des Herzens befindet sich ein Bildnis der Muttergottes mit dem Jesuskind, aufgenommen am 10. Dezember 1925 in Pontevedra. Ein kleines Kreuz am unteren Rand, das an den Rosenkranz erinnert, vervollständigt das Design.

Exklusiver Rosenkranz 
zum 100jährigen Jubiläum von Pontevedra

Der in Fatima handgefertigte Rosenkranz besteht aus rosafarbenen Glasperlen, die mit Weiß und Blau gemischt sind und die Hoffnungen und Ängste der Menschheit darstellen. Zwischen den Gesätzen wurden weiße herzförmige Perlen eingesetzt, die sich auf die Sühneandacht der Ersten Samstage des Monats beziehen. Das Zwischenstück des Rosenkranzes, aus Metall und ebenfalls in Form eines Herzens, zeigt auf der Vorderseite das Logo des hundertsten Jahrestages der Erscheinung von Pontevedra und auf der Rückseite das Gedenkdatum des Ereignisses 1925-2025. Die Komposition des Rosenkranzes endet mit einem silbernen Metallkreuz, das mit Elementen verziert ist, die mit Fatima verbunden sind. 

100 Jahre Pontevedra – 
Bedeutung für heute

Ausschnitte aus einem Artikel von Beate Jobst in der Ausgabe Mai 2026 der Zeitschrift „Kirche heute“

Feierliche hl. Messe in der neu gestalteten Kapelle des Klosters in Pontevedra am 10. Dezember 2025 mit dem Erzbischof von Santiago de Compostela, Francisco José Prieto Fernández, sowie dem Rektor des Heiligtums von Fatima und den Verantwortlichen des Fatima Weltapostolats 

Am 10. Dezember 2025 wurde in Pontevedra ein Marianisches Jubiläumsjahr eröffnet, das vom Heiligen Stuhl offiziell mitgetragen wird. Anlass sind die Erscheinungen im dortigen Kloster, welche im Jahr 1925 stattgefunden haben und als Fortsetzung der Ereignisse von Fatima in den Jahren 1916 und 1917 kirchlich anerkannt sind. Zum Auftakt der Jubiläumsfeier fand vom 5. bis 12. Dezember 2025 in Fatima ein internationaler theologisch-pastoraler Kongress zum Thema „Das Heiligste Herz Jesu und das Unbefleckte Herz Mariens“ statt, der in eine Wallfahrt nach Pontevedra und Santiago de Compostela, Spanien, einmündete. So konnten die Teilnehmer am 10. Dezember 2025 den 100. Jahrestag der Erscheinung der Muttergottes und des Jesuskindes vor Schwester Lucia sowie die Eröffnung des Jubiläumsjahres in Pontevedra mitfeiern. In ihrem Beitrag berichtet Beate Jobst von den Veranstaltungen und stellt die Bedeutung der Botschaft von Pontevedra für die heutige Zeit heraus.

Internationaler Kongress zum Auftakt des Jubiläums

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Erscheinungen Unserer Lieben Frau von Fatima im Kloster der Dorotheen-Schwestern in Pontevedra in Nordwestspanien am 10. Dezember 1925 fand in Fatima ein Internationaler Theologisch-Pastoraler Kongress statt. Er beschäftigte sich mit der Bedeutung der Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu und des Unbefleckten Herzens Mariens sowie der Wechselbeziehung zwischen den beiden Herzen. Dazu lud das Fatima-Weltapostolat ein, das seinen Hauptsitz in Fatima hat. Es handelt sich dabei um eine internationale öffentliche Vereinigung von Gläubigen mit der Aufgabe, die Botschaft von Fatima zu verstehen, zu leben und zu verbreiten.
Der Kongress sollte zu einem besseren Verständnis von Gottes bedingungsloser Liebe zu uns und zur ganzen Welt beitragen. Im Anschluss an den Kongress pilgerten die 145 Teilnehmer aus 24 Nationen zu den Stätten der Erscheinungen von Fatima und zum offiziellen Programm der Eröffnung des Marienjubiläumsjahres des Heiligtums von Pontevedra, welches durch den Heiligen Stuhl gewährt wurde. 

Die Andacht der Herz-Mariä-Samstage

Die Wahl des Themas sowie die Daten des Kongresses waren bewusst mit dem Beginn des Gedenkjahres zum hundertjährigen Jubiläum verbunden, welches vom 10. Dezember 2025 bis zum 10. Dezember 2026 in Pontevedra begangen wird. In der Erscheinung von Pontevedra bat die Heilige Jungfrau Maria um die Sühneandacht zu Ehren Ihres Unbefleckten Herzens an den ersten Samstagen von fünf aufeinanderfolgenden Monaten. 

Die Botschaft von Pontevedra gehört in die Reihe der Erscheinungen Unserer Lieben Frau von Fatima an Lucia dos Santos, die nach dem Tod der beiden anderen Seherkinder Francisco (1908–1919) und Jacinta (1910–1920) stattgefunden haben. Lucia war am 24. Oktober 1925 bei den Dorotheenschwestern in Tuy eingetreten. Schon am nächsten Tag wechselte sie in das Haus nach Pontevedra und blieb dort als Postulantin bis zum 20. Juli 1926.

Die Ereignisse von Pontevedra

Im Vorfeld der Haupterscheinung vom 10. Dezember 1925 traf Schwester Lucia im Garten des Klosters einen kleinen Jungen, mit dem sie das „Ave-Maria“ betete und dem sie auftrug, jeden Tag folgende Worte zu sprechen: „O, meine himmlische Mutter, schenke mir dein Jesuskind.“ Dann ging die Postulantin wieder ihrer Arbeit nach und vergaß die Begegnung im Garten.

Die Haupterscheinung der Gottesmutter Maria ereignete sich dann in ihrer Klosterzelle. Dazu ist in Schwester Lucias Erinnerungen zu lesen: „Am 10. Dezember 1925 erschien die Heiligste Jungfrau in Pontevedra und seitlich, in einer leuchtenden Wolke, ein Kind. - Das Kind sagte: ‚Habe Mitleid mit dem Herzen deiner heiligsten Mutter, umgeben von Dornen, mit denen die undankbaren Menschen es ständig durchbohren, ohne dass jemand einen Sühneakt machen würde, um sie herauszuziehen.‘ Darauf sagte die Heiligste Jungfrau: ‚Meine Tochter, sieh mein Herz umgeben von Dornen, mit denen es die undankbaren Menschen durch ihre Lästerungen und Undankbarkeiten ständig durchbohren. Bemühe wenigstens du dich, mich zu trösten und teile mit, dass ich verspreche, all jenen in der Todesstunde mit allen Gnaden, die für das Heil dieser Seelen notwendig sind, beizustehen, die fünf Monate lang jeweils am ersten Samstag beichten, die heilige Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und mir während 15 Minuten durch Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse Gesellschaft leisten in der Absicht, mir dadurch Sühne zu leisten.‘ “

Nach dieser Erscheinung fand am 15. Februar 1926 die dritte Begegnung im Garten des Klosters statt, bei der sich das Jesuskind zu erkennen gab. Schwester Lucia berichtet in einem Brief darüber. In diesem Gespräch zwischen Jesus und Sr. Lucia erinnerte das Kind die Schwester an den Auftrag, die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens zu verbreiten. 

Der Friede ist unserer himmlischen Mutter anvertraut

Der Kongress zum 100. Jahrestag der Erscheinungen sollte dazu beitragen, die Ereignisse und deren Botschaften wieder neu ans Licht zu heben. Er ging der Frage nach, wie die darin enthaltene Spiritualität wirksamer in das pastorale Leben der heutigen Kirche integriert werden könnte. Es ging darum, das persönliche und kollektive Versprechen zu bestärken, die Botschaft von Fatima zu leben und zu verbreiten. Die Aufgabe der Evangelisierung sollte von den Impulsen durchdrungen werden, welche von Fatima ausgehen. Dabei wurde die Bedeutung der Andacht der Ersten Samstage als wesentlichen Bestandteil der Botschaft Unserer Lieben Frau für das Heil der Seelen und den Frieden in der Welt hervorgehoben. 
Durch den Kongress führte das Internationale Sekretariat des Fatima-Weltapostolats in Zusammenarbeit mit dem Bischof von Leiria-Fatima, José Ornelas de Carvalho SCJ, und dem Rektor des Heiligtums von Fatima, Prof. Dr. Carlos Manuel Pedrosa Cabecinhas.

Besondere Beachtung fand auch eine Aussage des jüngsten Seherkindes von Fatima, der hl. Jacinta Marto, die am 20. Februar 1920 im Alter von 10 Jahren starb. In einer eindringlichen Bitte an ihre Cousine, Lucia dos Santos, wies sie kurz vor ihrem Tod darauf hin, wie wichtig und zentral diese beiden Herzen in der Botschaft von Fatima und für die Rettung der Welt sind. Sie sagte Lucia, wie als geistiges Vermächtnis und als Auftrag: „Sage es allen, dass Gott uns die Gnaden durch das Unbefleckte Herz Mariens schenkt; dass die Menschen sie erbitten müssen; dass das Herz Jesu will, dass an seiner Seite auch das Herz unserer himmlischen Mutter verehrt wird. Man soll den Frieden von unserer himmlischen Mutter erbitten; da Gott ihn ihr anvertraut hat.“

Eine aktuelle Botschaft, die nicht vergessen werden darf

Auch wurde die bleibende Aktualität der Botschaften für unsere heutige Situation in der Welt und die Verantwortung des Einzelnen wie auch der Kirche herausgestellt. Die Bitte Unserer Lieben Frau, neben welcher Jesus als kleines Kind erschienen ist, darf nicht verhallen. Es scheint, eine fast vergessene Botschaft zu sein. Während dem Wunsch der Gottesmutter, die Welt ihrem Unbefleckten Herzen zu weihen, Rechnung getragen wurde, blieb dieser Teil der Botschaft von Fatima weitestgehend unbeachtet. Und dies, obwohl diese Botschaft bereits am 13. Juni 1917 durch die Gottesmutter in Fatima angekündigt wurde. Sie teilt an Lucia gerichtet mit: „Jesus möchte sich deiner bedienen, damit die Menschen mich erkennen und lieben. Er möchte auf Erden die Verehrung meines Unbefleckten Herzens begründen. Wer sie annimmt, dem verspreche ich das Heil, und diese Seelen werden von Gott geliebt wie Blumen, die von mir hingestellt sind, um seinen Thron zu schmücken." Die Kinder sahen bei dieser Erscheinung, wie später auch in Pontevedra, vor der rechten Handfläche Mariens ein Herz, umgeben von Dornen, die es zu durchbohren schienen.

Das Jubiläumsjahr des Heiligtums von Pontevedra soll den Menschen dazu dienen, dieser Botschaft der beiden Herzen Jesu und Mariens mehr Aufmerksamkeit zu widmen, sie in ihrem eigenen Leben zu verinnerlichen und weiter zu verbreiten. 

Besuch bei der seligen Alexandrina von Balazar

Bild der sel. Alexandrina in der Kirche Santa Eulália in Balazar, in der sie verehrt wird und in der sie begraben ist

Auf dem Pilgerweg zu den Feierlichkeiten in Pontevedra besuchte die Pilgergruppe auch das Heiligtum der seligen Alexandrina von Balazar, deren Leben mit den Botschaften von Fatima eng verwoben ist. In dem kleinen Ort Calvário im Norden Portugals, kann man heute unweit der Pfarrkirche das Haus der Seligen besuchen. Im Alter von 14 Jahren sprang sie auf der Flucht vor drei Männern, die sie in ihrer Unschuld bedrohten, aus dem Fenster. Dieser Sturz hatte schwerwiegende Folgen, sodass sie unter zunehmenden Bewegungsschwierigkeiten litt und ab 1925 dauerhaft bettlägerig war. Das Fenster und der Raum, in dem sie die letzten Jahre ihres Lebens bis zum 13.10.1955, einem Fatimatag, verbrachte, sind erhalten geblieben und stehen Besuchern offen.

Zimmer der sel. Alexandrina

Die Selige zweifelte trotz ihrer Lage nicht und vertraute sich dem Herrn mit den Worten an: „Du bist Gefangener im Tabernakel und ich bin es, nach Deinem Willen, in meinem Bett; so werden wir uns Gesellschaft leisten.“ Zu den körperlichen Leiden kamen in den Folgejahren auch mystische Leiden hinzu. Jeden Freitag erlebte sie die Passion Christi und ernährte sich in den letzten Jahren ihres Lebens ausschließlich von der hl. Eucharistie. Jesus offenbarte ihr am 30. Juli 1935: „Ich habe dich in die Welt gesetzt, um dich nur von Mir zu ernähren, um der Welt den Wert der Eucharistie zu zeigen. Die meisten Laster, welche die Menschen an Satan ketten, sind die des Fleisches, der Unreinheit. Nie gab es so eine Vermehrung der Untugenden, Verbrechen und Bosheiten wie heute. Nie sündigte man wie heute. Die Eucharistie ist mein Körper und mein Blut! Sie ist die Rettung der Welt.“ Am 2. September 1949 erschien Alexandrina auch die Gottesmutter und warnte: „Die Welt erstickt in ihrer Sünde. Ich möchte Buße und Gebete. Schütze mit diesem Kranz alle, die du liebst und die ganze Welt.“ 
Dieses eucharistische Wunder im Leben der sel. Alexandrina weist auf die Wichtigkeit der Eucharistie hin, wie es bereits 1916 die Engelerscheinungen in Fatima zum Ausdruck gebracht haben. Wie auch Sr. Lucia von Fatima drängte Alexandrina Papst Pius XII. durch ihren Beichtvater und mehrere portugiesische Bischöfe zur Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens, welche er schließlich am 31. Oktober 1942 vollzog. 

„Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren“

Der Abschluss des Pilgerwegs führte die Teilnehmer nach Pontevedra, um an der feierlichen Eröffnung des Jubiläumsjahres teilzunehmen. Sie fand am Vorabend des 10.12.2025 unter Mitwirkung des Erzbischofs von Santiago de Compostela, Francisco José Prieto Fernández, sowie dem Rektor des Heiligtums von Fatima und den Verantwortlichen des Fatima Weltapostolats in der Basilika Santa María La Mayor von Pontevedra statt.

Am darauffolgenden Gedenktag folgten im ehemaligen Kloster der Dorotheenschwestern, dem heutigen Heiligtum, dem sogenannten „Haus des Unbefleckten Herzens Mariens“, mehrere feierliche Gottesdienste und Andachten unterschiedlicher Nationen sowie eine große abendliche Lichterprozession.

 
Auch heute fordern die Bitten Unserer Lieben Frau von Fatima die Menschheit auf, die bereits vollzogenen Weihen an ihr Unbeflecktes Herz zu leben. Dies geschieht besonders durch die Feier der Herz-Mariä-Sühnesamstage, sowie durch das tägliche Rosenkranzgebet für den Frieden in der Welt.

Die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu zusammen mit dem Unbefleckten Herzen Mariens bildet einen zentralen Kern der Botschaft von Fatima. In der Umsetzung dieser Andacht liegt ein Schlüssel zum Heil und zur Rettung der Welt vor Sünde und Krieg. Maria hat verheißen: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.“ Dieser Triumph ist zutiefst mit der Verehrung des Eucharistischen Herzens ihres Sohnes verbunden, das durch Maria auf der ganzen Welt zur Herrschaft gelangen möchte.

Die Initiative „Two Hearts“

Eine Initiative, die die Umsetzung und Verbreitung dieser Botschaft fördert, wurde 2016 unter dem Namen „Two Hearts“ („Zwei Herzen“) ins Leben gerufen. Sie führte Jugendliche und junge Familien aus dem deutschsprachigen Raum 2017 nach Fatima, um dort das 100-jährige Jubiläum der dortigen Erscheinungen zu begehen. So wurde am 6. August 2017 im Rahmen eines Festivals im Heiligtum von Fatima eine Weihe an die beiden Herzen Jesu und Mariens vollzogen. Mit Fatima waren weitere Heiligtümer und Pfarreien wie Marienfried in Deutschland, Paray le Monial in Frankreich, Medjugorje in der Herzegowina, Hammerfest in Norwegen sowie Prayerfestivals in den USA verbunden. Vom 3. bis 5. August 2018 zeigte eine Wiederholung dieses Two-Hearts-Festivals in Fatima erneut Jugendlichen und Familien den Weg zu einem Leben mit und für die Herzen Jesu und Mariens auf. 

Auf Anregung des Heiligtums von Fatima vereinten sich am 25. März 2020 weltweit Bischöfe aus 22 Ländern in einer Weihe an die vereinten Herzen Jesu und Mariens. Die Weihe wurde zentral in Fatima mit den portugiesischen und spanischen Bischöfen vollzogen. Auch einzelne Bistümer und Pfarreien aus Deutschland schlossen sich dem Weiheakt an.
Das Fatima-Weltapostolat U. L. F. in Deutschland und die Initiative Two Hearts nahmen dies im Jahr 2022 zum Anlass, den Menschen im deutschsprachigen Raum die Mitfeier von fünf aufeinanderfolgenden Herz-Mariä-Sühnesamstagen in Verbindung mit den jeweils vorausgehenden Herz-Jesu-Freitagen zu ermöglichen. Dies geschah in Zusammenarbeit mit Radio Horeb über Rundfunk und Livestream. Die Übertragungen erfolgten unter dem Titel „Two Hearts at Home“ von Februar bis Juni 2022 aus fünf Orten in fünf verschiedenen Bistümern. Zahlreiche Menschen konnten zuhause mitfeiern. Dieser Weg fand seinen krönenden Abschluss in einer Weihe an die vereinten Herzen Jesu und Mariens am 25. Juni 2022. 

Erneuerung auf Pfarreiebene

Seither versucht die Initiative mit ihrer Internetseite „twohearts.org“, Anregungen zu geben, um im Hinhören auf die Botschaft von Fatima die Weihe an die Herzen Jesu und Mariens umzusetzen und mit Leben zu füllen. Pfarreien und Gemeinschaften aus dem deutschsprachigen Raum können Informationen über Angebote zum monatlichen Triduum vom Priesterdonnerstag bis zum Herz-Mariä-Sühnesamstag auf dieser Homepage in eine zentrale Datenbank eintragen lassen. Damit ist Möglichkeit gegeben, diese Gottesdienste interessierten Gläubigen weiträumig bekannt zu machen.

„100 Jahre Pontevedra“ – das Marianische Jubiläumsjahr lädt Pfarreien und Gemeinschaften ein, dem Ruf der Gottesmutter von neuem Gehör zu schenken und die Andacht zu ihrem Unbefleckten Herzen an den ersten Samstagen des Monats aufzunehmen oder wieder bewusster zu pflegen – in enger Verbindung mit der Feier des Priesterdonnerstags und des Herz-Jesu-Freitags.

Mögen viele Initiativen zur Umsetzung der Botschaft von Fatima und Pontevedra folgen, damit das Unbefleckte Herz Mariens und das Eucharistische Herz Jesu auch bei uns in vollem Glanz erstrahlen und die Welt zum wahren Frieden findet. 
 
Kontakt und weitere Infos zum Fatima-Weltapostolat U. L. F. in Deutschland e. V.: 
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fatima-bewegt.de; 

sowie zur Initiative Two Hearts: 
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twohearts.org

www.kirche-heute.de
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