Vortrag von Sr. Angela de Fátima Coelho während des Kongresses in Fatima am 7. Dezember 2026

Weihe an Maria und Sühne für die Sünden gegenüber dem Unbefleckte Herzen Mariens

Alle Fragen, die Gott uns stellt, müssen wir beantworten. 

Die erste Frage, die Gott uns stellt, ist die Frage, die er auch schon Adam und Eva stellte nach dem Sündenfall: Wo seid ihr? Wo bist du?

Die zweite Frage ist die Frage, die Gott Kain stellte, nachdem er Abel erschlagen hat. Sie lautet: Wo ist dein Bruder?

Diese Fragen müssen wir als Christ in unserem Leben beantworten. Wir können diesen Fragen nicht entkommen, wenn wir ein heiliges Leben voll Gnade führen wollen. 
Die Bitten Unserer Lieben Frau von Fatima müssen in einer mystisch-prophetischen Dimension gesehen werden: 

Die mystische Dimension heißt: Unsere persönliche Verbindung mit Gott stärken und unsere Gotteserfahrungen pflegen.

Die prophetische Dimension bedeutet: Unsere Verpflichtung und Solidarität gegenüber der Menschheit und der Geschichte wahrnehmen.

Schwester Angela ist der Überzeugung, dass Sühne und Hingabe Antwort auf diese Fragen Gottes geben. Wenn wir die Botschaft von Fatima diesbezüglich betrachten, dann müssen wir zunächst festhalten, dass diese Botschaft aus mehreren Abschnitten besteht:

  1. Erscheinung des Engels von Fatima (Engel des Friedens) Frühjahr, Sommer und Herbst 1916
  2. Die sechs Erscheinungen Unserer Lieben Frau vom 13. Mai bis zum 13. Oktober 1917
  3. Die Erscheinung der Muttergottes mit dem Jesuskind am     10. Dezember 1925 in Pontevedra
  4. Die Dreifaltigkeitsvision in Tuy 1929

Maria lädt uns ein, den Rosenkranz zu beten, ihrem Unbefleckten Herzen Wiedergutmachung zu leisten (also zu sühnen für die Sünden anderer) und uns ihrem Unbefleckten Herzen zu weihen. Wichtig ist, so Sr. Angela, all das unter zwei Aspekten zu betrachten:

Die mystische und die prophetische Dimension

Der mystische Aspekt besteht darin, dass alle Aussagen und Bitten der Jungfrau Maria darauf abzielen, unsere Beziehung zu Gott zu vertiefen. Dieser mystische Aspekt trifft auch auf die Erscheinungen des Engels und auf die Erscheinungen von Tuy zu. Der Himmel will, dass wir unsere Beziehung zu Gott wachsen lassen.

Sr. Lucia hatte 1929 im Kloster in Tuy eine Vision der
Heiligen Dreifaltigkeit
(Bild: WAF USA) 

Die prophetische Dimension der Botschaft von Fatima bezieht sich zu einem großen Teil auf den Zweiten Weltkrieg mit seinen unmenschlichen Gräueln. Hier sei besonders Auschwitz genannt.

Bei vielen Menschen kam nach dem Zweiten Weltkrieg die Frage auf: wo warst du, Gott? Und damit entstand auch eine Glaubenskrise.
Sie glaubten, gerade im Hinblick auf Auschwitz, dass Gott zwar existiert, aber dass er weit weg von uns ist. 
Die Botschaft von Fatima stellt dieses Missverständnis klar: Gott ist mit uns, geht mit uns und will uns nahe sein.
Gott möchte, dass wir unsere Verbindung zu ihm fördern und Ihm dadurch näher kommen. Das ist die mystische Dimension. 
Wenn ich den Rosenkranz bete, kann ich mithelfen bei der Rettung der Welt. Das ist die prophetische Dimension der Botschaft von Fatima.

Torhaus Auschwitz-Birkenau im Winter 1945

Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA 3.0

Tiefe Verbindung zu Gott und zugleich Solidarität mit der Menschheit

Mit anderen Worten: Gott wünscht, dass wir unsere tiefe Verbundenheit mit ihm in unserer Solidarität mit der Menschheit und der Heilsgeschichte zum Ausdruck bringen.
Dies wird besonders deutlich bei der Erscheinung Mariens am 13. Juli 1917. Gott zeigt den Kindern die Hölle, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Es gilt, für ihre Bekehrung zu beten. Den Kindern wird auch ein Geheimnis offenbart, das aus drei Teilen besteht. Beim 3. Teil des Geheimnisses geht Gott besonders auf den Leidensweg der Kirche ein.
Gott zeigt den Kindern, was geschehen könnte, wenn der Mensch die Bitten der heiligen Jungfrau nicht erfüllt.

Die drei Seherkinder kurz nach demErleben der Höllenvision  


Doch wenn der Mensch die Bitten Mariens erfüllt, dann kann sich alles ändern. Hier sehen wir eine prophetische Dimension. Wenn wir z.B. die Herz-Mariä-Sühnesamstage feiern, vertiefen wir dadurch unsere mystische Beziehung zu Gott und bringen gleichzeitig unseren Einsatz für die Heilsgeschichte zum Ausdruck.
Wir können beim Beten des Rosenkranzes etwas für uns selber tun, nämlich unsere Beziehung zu Gott stärken (mystische Dimension) und gleichzeitig etwas für die Heilsgeschichte und den Weltfrieden tun (das ist die prophetische Dimension unseres Gebetes). Wir sollten bei der Botschaft von Fatima also nichts ausklammern.
Zusammenfassung: Es geht um meine persönliche Beziehung zu Gott, also die mystische Dimension, und um die positive Beeinflussung des Weltgeschehens, also die prophetische Dimension.
 
Sühne

Sr. Angela betonte, dass das Thema Wiedergutmachung/Sühne in der Botschaft von Fatima vom Anfang bis zum Ende immer wieder aufgegriffen wurde:

1.  Bei der zweiten Erscheinung des Engels im Sommer 1916

„Macht aus allem, was ihr könnt, ein Opfer, um die Sünden gutzumachen, durch die Er beleidigt wird und um die Bekehrung der Sünder zu erflehen.“

2. Bei der dritten Erscheinung des Engels im Herbst 1916

„...Empfangt den Leib und trinkt das Blut Jesu Christi, der durch die undankbaren Menschen so furchtbar beleidigt wird. Sühnt ihre Sünden und tröstet Euren Gott.“ 

3. Bei der ersten Erscheinung Unserer Lieben Frau am 13. Mai 1917

„Wollt ihr euch Gott anbieten, alle Leiden zu ertragen, die Er euch schicken will, als Zeichen der Wiedergutmachung für die Sünden, durch die Er beleidigt wird und als Bitte für die Bekehrung der Sünder?“

4. Bei der zweiten Erscheinung Unserer Lieben Frau am 13. Juni 1917

Vor der rechten Handfläche Mariens sahen die Kinder ein Herz, umgeben von Dornen, die es zu durchbohren schienen. 
Die Kinder verstanden, dass dies das Unbefleckte Herz Mariä ist, verletzt durch die Sünden der Menschen, das Sühne  wünscht. 

5. Bei der dritten Erscheinung Unserer Lieben Frau am 13. Juli 1917

„Opfert euch für die Sünder und sagt oft, besonders wenn ihr Opfer bringt: „O Jesus, das tue ich aus Liebe zu dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens….“
Wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat Pius XI. ein anderer, schlimmerer Krieg beginnen. …
Um dies zu verhüten, werde ich kommen, die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühne-Kommunion an den ersten Samstagen zu fordern.“

6. Bei der Erscheinung Unserer Lieben Frau mit dem Jesus-Kind in Pontevedra am 10. Dezember 1925

„Habe Mitleid mit dem Herzen deiner heiligsten Mutter, umgeben von Dornen, mit denen die undankbaren Menschen es ständig durchbohren, ohne dass jemand einen Sühneakt leisten würde, um sie herauszuziehen.“ 

Darauf sagte die heiligste Jungfrau:
„Meine Tochter, siehe mein Herz, umgeben von Dornen, mit denen es die undankbaren Menschen durch Lästerungen und Undankbarkeit ständig durchbohren. Bemühe wenigstens du dich, mich zu trösten und mache bekannt, dass ich verspreche, all jenen in der Todesstunde mit allen Gnaden, die für das Heil dieser Seelen notwendig sind, beizustehen, die fünf Monate lang jeweils am ersten Samstag beichten, die heilige Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und mit mir eine Viertelstunde verbringen, indem sie die Geheimnisse des Rosenkranzes betrachten, in der Absicht, mir dadurch Sühne zu leisten.“

Von 1916 bis 1925 zieht sich der Begriff der Sühne wie ein roter Faden durch die Botschaft von Fatima. Das Wort „Sühne“ bezieht sich also nicht nur auf den ersten Samstag im Monat, den sogenannten Herz-Mariä-Sühnesamstag, sondern stellt sozusagen eine Herzenshaltung dar. Es beschreibt, wie wir unser menschliches Leben in dieser Haltung der Sühne leben können. Schon bei der zweiten Erscheinung des Engels werden die Kinder – heute wir -  aufgefordert, aus allem, was sich jeden Tag ergibt, ein Opfer zu machen, um die Sünden, die andere begangen haben, wiedergutzumachen (= zu sühnen) und um die Bekehrung der Sünder zu erflehen.

Bei der dritten Erscheinung des Engels, im zweiten Gebet, das er die Kinder lehrt, betet er zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist, und fordert Sühne für die ungeheuerliche, gotteslästerliche Gleichgültigkeit, mit der Gott beleidigt wird. Und als er den Hirtenkindern die Kommunion reicht, sagt er: „Empfangt den Leib und trinkt das Blut Jesu Christi, der durch die undankbaren Menschen so furchtbar beleidigt wird. Sühnt ihre Sünden und tröstet Euren Gott.“

Sühnen und trösten
Sühnt und tröstet. Sr. Angela bat darum, dass wir uns dies besonders merken. Weil es wichtig ist: Sühnt die Sünden anderer und tröstet euren Gott.

Diese beiden Aspekte sind für uns von großer Bedeutung, um die tiefe Bedeutung der Sühne zu verstehen. Sühnt ihre Sünden und tröstet euren Gott.

Schon bei ihrer ersten Erscheinung am 13. Mai 1917 fragt die Muttergottes am Ende die Kinder, ob sie bereit seien, sich Gott als Sühne für die Sünden anderer darzubringen. Und bei der Erscheinung im Juni, als die Muttergottes den Kindern ihr Unbeflecktes Herz zeigte, von Dornen durchbohrt, verstanden sie, dass Marias Herz verletzt ist und Sühne sucht.

Am 13. Juli 1917 bittet die Muttergottes die Kinder, sich aufzuopfern für die Sünder und lehrt sie folgendes Gebet: „Oh mein Jesus, es ist aus Liebe zu dir, für die Bekehrung der Sünder, für den Heiligen Vater und zur Sühne für die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens.“ Danach müssen die Kinder einen Blick in die Hölle tun, wohin die Seelen der armen Sünder gelangen. Die Muttergottes erklärt den Kindern: „Um sie zu retten, will Gott die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen in der Welt begründen.“ Wenn die Menschen tun, was die Muttergottes erbittet, wird Friede sein, wenn die Menschen Gott weiterhin beleidigen, wird ein noch schlimmerer Krieg beginnen.  „Um das zu verhindern, werde ich kommen und um die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen bitten.“ 

Kommen wir nun zu der Erscheinung Mariens mit dem Jesuskind am 10. Dezember 1925 in Pontevedra. Das Jesuskind spricht zuerst: „Habe Mitleid mit dem Herzen deiner heiligsten Mutter, umgeben von Dornen, mit denen die undankbaren Menschen es ständig durchbohren, ohne dass jemand einen Sühneakt leisten würde, um sie herauszuziehen.“ 

Dann sagt die Heilige Jungfrau Maria: „Meine Tochter, siehe mein Herz, umgeben von Dornen, mit denen es die undankbaren Menschen durch Lästerungen und Undankbarkeit ständig durchbohren. Bemühe wenigstens du dich, mich zu trösten…! 

Hier haben wir also diese beiden Hauptgedanken: Sühne und Trost.

Nun kommen wir zu einem der wohl schwierigsten Punkte des Vortrags: 

Was bedeutet Sühne leisten?

Bei Schwester Angela beinhaltet das Thema Sühne zum einen Wiederherstellung, aber auch Trostspenden. Zur Erklärung von Wiederherstellung sei auf die Situation im Garten Eden verwiesen.

Vor dem Sündenfall standen die drei Beziehungen, es sind dies die Beziehung zu Gott, die Beziehung untereinander und die Beziehung zur Natur, zum Kosmos, in Harmonie zu einander. 

Nach dem Sündenfall ist unsere Beziehung zu Gott zerbrochen.

Wir sehen das bei Adam und Eva. Sie verlassen den Garten Eden, sie werden vertrieben. Auch die Beziehung zur Menschheit ist seit dem Sündenfall zerbrochen. 
Wir sehen das, als Kain Abel tötet. Und auch die Beziehung zur Natur, zum Kosmos leidet. Wir sehen das an der Sintflut mit Noah.

Kain erschlägt Abel,
Glasfenster von
Hans Acker im Ulmer Münster (um 1430) (Wikipedia CC BY-SA 3.0 )

 Jesus stellt diese drei Beziehungen wieder her, er erneuert sie. Dies wird durch folgende Aussagen Jesu deutlich: Er sagt zu den Jüngern: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte…. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt“ (Joh) 15,15

Zu Maria Magdalena sagt er: „Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen…“ (Joh 20,17) Jesus nennt seine Jünger nach der Auferstehung Brüder. 

Jesus hat im Ostergeheimnis Sühne vollzogen. Er hat die Harmonie der drei Beziehungen wiederhergestellt.

Sühnen in Einheit mit Jesus und dabei die zerbrochenen Beziehungen wiederherstellen

Wenn ich nun Sühne leiste, dann tue ich dies in Einheit mit Jesus. Nur durch ihn erhält unsere Sühne ihre Wirksamkeit.

Wenn ich zur Sühne z.B. den Rosenkranz bete, ein Opfer bringe, dann bin ich in Einheit mit Christus und helfe, die Folgen der Sünden von heute wieder gut zu machen.

Wir haben die Verbindung zu Gott zerbrochen. Wir haben die Verbindung zueinander zerbrochen. Und wir haben die Verbindung zur Natur zerbrochen. Das wird deutlich durch die Aussage des heiligen Paulus, der sagt, dass die ganze Schöpfung noch immer auf das Offenbarwerden der Kinder Gottes wartet. 
(vgl. Röm 8,19)

Papst Franziskus bestätigte diese Auffassung, indem er sagte, die Wurzel allen Übels sei die Sünde, die seit dem Sündenfall unsere Gemeinschaft mit Gott, mit unseren Mitmenschen und mit der Schöpfung gestört habe.

Wie können wir heute Gott trösten? Wie können wir heute die Jungfrau Maria trösten?

Jedes Mal, wenn wir eine Sühnehandlung vollbringen, so Schwester Angela, vertiefen wir unsere Beziehung zu Gott und werden immer mehr zu Kindern Gottes. 
Die Sühne schärft unser Bewusstsein und wir leben so immer tiefer in dieser Verwurzelung der Beziehung zu Gott. Wir tun damit etwas für unsere Heiligkeit. Wir stärken unsere Geschwisterlichkeit und helfen der Schöpfung, davon zu profitieren.

iedergutmachung ist also Mitwirkung an der Heilsgeschichte. Die Frage ist: Wie können wir als einfache Menschen Gott trösten, der ja eigentlich im Paradies ist? Und wie können wir die heiligste Jungfrau trösten?

Papst Franziskus formuliert es so: Wie können wir zum Gott des Lebens beten, der von den Toten auferstanden ist und in Herrlichkeit herrscht, während wir ihn gleichzeitig in seinen Leiden tröste? (Dilexit Nos 155) Wir müssen das mystisch sehen.

Wenn Jesus, der vor 2000 Jahren am Kreuz starb, auch uns Menschen von heute von unseren Sünden erlöst hat, dann wird unser Trost von heute Jesus auch vor 2000 Jahren berühren. Es ist dieselbe Dynamik. Es ist der Heilige Geist. 

Gott trösten beginnt mit der wahren Erkenntnis unserer Sünden

Ein anderer Gedanke ist, dass Gott im mystischen Leib weiterhin leidet. Und während wir sündigen, leidet er als unser Haupt.
Wir sind sein Leib. Und der mystische Leib Christi kann nicht geteilt werden. 

Der natürliche Wunsch, Christus zu trösten, beginnt damit zu betrachten, was er für uns ertragen hat, wächst zu der ehrlichen Erkenntnis, dass unsere schlechten Gewohnheiten, unsere Zwänge, unsere Bindungen, unser schwacher Glaube, unsere eitlen Ziele, unsere heutigen Sünden sein Herz verletzen. Seien wir uns also bewusst, dass das, was wir heute tun, das Herz Gottes berührt. Es ist ihm nicht gleichgültig, ob wir ihn lieben oder ablehnen.

Papst Benedikt hat 2007 Fatima als „Schule der Liebe“ bezeichnet. Er sagte, in Fatima lernen wir die Kunst des Betens, Liebens und Glaubens. Diese Sichtweise erklärt auch Sühne als Trost. Denn wenn ich zum Beispiel samstags den Sühnerosenkranz bete, bedeutet das, dass die einzige Absicht dieses Rosenkranzes darin besteht, Maria zu trösten.

Ich denke nicht an meine eigenen Absichten oder Bedürfnisse, sondern daran, dass meine Mutter Maria leidet und ich sie trösten möchte. Sühne zu leisten bedeutet also, Gott über meine eigenen Anliegen zu stellen und unsere Brüder und Schwestern wie mich selbst zu lieben. Indem wir durch Sühne am Ostergeheimnis teilhaben.

Das Thema Marienweihe in Fatima

Fortsetzung des Vortrags von Sr. Angela

In Fatima – so Schwester Angela - geht es nicht so sehr um meine persönliche Weihe an Maria, sondern um die Weihe Russlands. Das ist das Thema des Vortrags.

Warum ist es legitim, sich dem Unbefleckten Herzen Mariens zu weihen? Die persönliche Weihe ist legitim, weil wir anerkennen, dass Maria unsere Mutter, die Mutter der Kirche ist. Das ist auch das Ergebnis des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Da wir sie als unsere Mutter, als unsere geistliche Mutter, anerkennen, ist es möglich, uns ihrem Unbefleckten Herzen zu weihen. Manche Menschen, oder auch einige Theologen, meinen, dies sei nicht notwendig, da wir durch die Taufe bereits Gott geweiht seien.

Es ist richtig, dass das Sakrament der Taufe die Basis aller anderen Sakramente ist. Um das Sakrament der Ehe oder die Priesterweihe zu empfangen und zu leben, brauchen wir immer zuerst die Taufe, um die Kraft für die neue Weihe zu empfangen.

Wenn ich also die Weihe an die Muttergottes vollziehe, kann ich dies tun, weil sie meine geistliche Mutter ist.

Meine Taufe ist der Ursprung meiner Marienweihe. Was macht den Unterschied aus? Ich beginne mein Leben aus dieser Perspektive heraus zu leben. Ich möchte Christus nachfolgen, wie Maria es tat. Ich möchte eine Jüngerin Christi werden, so wie Maria. Eine Jüngerin Christi nach ihrem Vorbild und unter ihrer Führung. Ich möchte in meinem Alltag dieselbe Verbindung zu Christus haben wie Maria. Zum Beispiel ihren Glauben, ihre Verbindung zur Heiligen Schrift, ihre Demut.

Die Weihe an Maria ist wichtig, weil wir uns ihrer Rolle in der Heilsgeschichte bewusster werden. Außerdem werde ich mir ihrer Rolle in meinem Leben immer bewusster.

Weihe von Nationen

Aber was ist mit der Weihe von Nationen? Denn genau darum geht es in Fatima. Es geht ja um die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens. Manche fragen, ob das legitim ist. Müssen wir nicht jeden einzelnen Menschen in diesem Land fragen, ob er sich Maria weihen möchte? Wenn ich beispielsweise eine Pfarrei weihe, muss ich dann jedes einzelne Gemeindemitglied fragen, ob er geweiht werden möchte? Und wenn ich eine Diözese weihen möchte, muss ich dann alle fragen?

Die theologische Antwort lautet: Der Papst kann die Welt oder ein Land weihen. Bischöfe können ihr Land weihen. Ein Bischof kann seine Diözese weihen. Ein Pfarrer kann seine Pfarrei weihen. Eltern können ihre Kinder und Familien weihen, da sie für diese Gruppe verantwortlich sind.

Jeder kann nur diejenigen weihen, für die er verantwortlich ist. Sr. Angela kann nicht das Fatima-Weltapostolat der Muttergottes weihen. Sie kann das nicht, weil sie nicht dafür verantwortlich ist. Sie könnte auch nicht unsere Familien weihen, selbst wenn sie das wollte, weil sie nicht dafür verantwortlich ist.

Nur wer für eine Gruppe verantwortlich ist, kann diese Gruppe weihen. Und es berührt nicht die Freiheit derer, die nicht geweiht werden wollen, denn es ist hauptsächlich ein Fürbittgebet.

Das ist die theologische Antwort. Wer also nicht als Volk leben will, das Maria geweiht ist, der tut es eben nicht. Manchmal verstehen sie nicht einmal, dass eine Weihe vollzogen wurde.
Wenn also ein Priester eine Pfarrei weiht, verletzt er nicht die Freiheit derer, die nicht als Maria Geweihte leben wollen. Gut, dann leben sie eben nicht so. Aber natürlich sollte es vorbereitet sein und so gestaltet sein, dass es jeder, oder zumindest die meisten, wünschen.

Die Mitglieder der Pfarrei sollten zumindest vorbereitet sein.

Die Bitte um die Weihe Russlands ans Unbefleckte Herz Mariens

Kommen wir also zur Geschichte Russlands. Am 13. Juni 1929 baten die Muttergottes und Jesus im Kloster von Tuy um die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens. Die Muttergottes sagte zu Lucia: „Es ist der Augenblick gekommen, in dem Gott den Heiligen Vater auffordert, in Vereinigung mit allen Bischöfen der Welt die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herzt zu vollziehen. Er verspricht, es durch dieses Mittel zu retten. So viele Seelen werden von der Gerechtigkeit Gottes wegen der Sünden verdammt, die gegen mich begangen werden, so dass ich um Sühne bitte: Opfere dich in dieser Meinung auf und bete.“

Es geht also um drei Bedingungen für die Rettung Russlands:

  1. Russland soll dem Unbefleckten Herzen Mariens 
    geweiht werden. 
  2. Der Heilige Vater muss die Weihe Russlands vollziehen.
  3. Die Weihe Russlands ans Unbefleckte Herz Mariens soll in Einheit mit allen Bischöfen weltweit vollzogen werden.

Lucia vertraute sich dem Beichtvater an. Der Herr sagte ihr jedoch, dass sie seiner Bitte nicht nachkommen wollten. Wie der König von Frankreich würden sie es bereuen und tun, aber es werde zu spät sein.

Russland werde seine Irrtümer bereits in der ganzen Welt verbreitet haben und Kriege und Verfolgung der Kirche provozieren. Der Heilige Vater werde viel zu leiden haben.
Als Lucia nach Russland gefragt wurde, verstand sie die Situation vollkommen und erklärte, es gehe nicht um die Wirtschaft.

Es gehe vielmehr um den Atheismus, der der kommunistischen Philosophie zugrunde liege. Der Atheismus, erklärte Lucia, umfasst alle Regierungsformen, die Menschen daran hindern, ihren Glauben zu leben.

Das ist das Problem Russlands für unseren Herrn, und diese atheistischen Irrtümer verbreiten sich in der ganzen Welt.
Wenn ein Land, wenn Menschen ihren Glauben nicht leben können, dann bereitet das der Heiligen Jungfrau Maria Sorgen.

Moderne Hochhäuser in Moskau, kunstvoll gestaltete U-Bahnstationen und die Weite des Landes prägen den Eindruck von Russland

 

Die Weihe Portugals und der Welt ans Unbefleckte Herz Mariens

Am 13. Juni 1929 bat die Muttergottes um die Weihe Russlands an ihr Unbeflecktes Herz. Am 13. Oktober 1930 wurden die Erscheinungen von Fatima anerkannt. Am 13. Mai 1931, erstaunlicherweise nur 7 Monate nach der Anerkennung der Erscheinung, weihten alle portugiesischen Bischöfe Portugal dem Unbefleckten Herzen Mariens. Und wiederholten diese Weihe im Jahr 1938.

1937 bat der Bischof von Leiria den Papst um diese Weltweihe, 1938 baten alle Bischöfe Portugals den Papst, die Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens zu weihen. Ab der Weihe Portugals 1931 war das Land in Sicherheit und blieb von direkten kriegerischen Auseinandersetzungen verschont. Sr. Lucia sagte bereits 1931, als die politischen Bewegungen den Zweiten Weltkrieg ankündigten, dass Portugal nicht am Krieg teilnehmen werde. Aufgrund der Weihe von 1931 war sich Sr. Lucia dessen vollkommen sicher und schrieb dies in mehreren Briefen, auch an den Papst.

1940, der Krieg hatte gerade erst begonnen, schrieb Lucia an den Papst mit der Bitte um die Weihe Russlands. Außerdem schrieb sie, dass Portugal am Krieg nicht teilnehmen würde.
Wie konnte diese Frau sich dessen so sicher sein? Am 31. Oktober 1942 weihte Papst Pius XII. die ganze Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens. Für diese Weihe war auch die selige Alexandrina Maria da Costa von Balazar wichtig, die sich Christus darbot als Opfer für die Bekehrung der Sünder und für den Frieden in der Welt. Auch sie erbat von Papst Pius XII. die Weihe der Welt ans Unbefleckte Herz Mariens.

selige Alexandrina Maria da Costa von Balazar

Im Folgejahr ließ Sr. Lucia verlauten, dass diese Formen unzureichend seien, und vor allem, wie sie sagte, fehle die Vereinigung der Bischöfe der Welt. Sie sprach auch darüber, dass Russland nicht explizit erwähnt wurde.

Am 17. Juli 1952 weihte Pius XII. im Apostolischen Schreiben „Sacro Vergente Ano“ Russland dem Unbefleckten Herzen Mariens. Sr. Lucia sagte, es sei fast vollbracht, aber es fehle noch etwas. Als man sie fragte, was fehle, war die Antwort klar: die Vereinigung der Bischöfe der Welt.

Im Dezember 1983 schrieb Johannes Paul II. an alle Bischöfe der Welt und teilte ihnen mit, dass er im folgenden Jahr die Weihe gemäß dem Wunsch der Gottesmutter vollziehen werde, damit sie sich ihm anschließen. Viele flogen nach Rom. Einige blieben in ihren Diözesen und sagten: „Papst, wir sind mit dir vereint.“

Nach der Weihe durch Papst Johannes Paul II.

Schließlich fand die Weihe am 25. März 1984 statt, und der Heilige Vater gab den Auftrag dazu.1985 wurde Gorbatschow gewählt und leitete eine Kette von Ereignissen ein, die die Welt grundlegend veränderten. Bei seinem offiziellen Besuch in Westdeutschland kündigte er an, die Breschnew-Doktrin aufzugeben. Am 2. März 1989, nur fünf Jahre nach der Weihe, fiel der Eiserne Vorhang, der Österreich von Ungarn trennte.

Dann fiel 1989 die Berliner Mauer. Es geschah, was keiner vor der Weihe für möglich gehalten hätte: Gorbatschow und seine Frau besuchten den Papst im Vatikan, und die erste offizielle russische Pilgerfahrt zum Schrein von Fatima fand statt.

Ein Teil der Berliner Mauer steht heute am Rand der Cova da Iria in Fatima

 

Im zweiten Teil des Geheimnisses sagt die Muttergottes die Worte, die wir alle sehr gut kennen: „Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren, und es wird Friede sein.“ Die Muttergottes bat um das Rosenkranzgebet, um Sühne, Weihe und Umkehr. Es erscheint so wenig angesichts einer so immensen Gnade. Aber manchmal zweifeln wir wie der Syrer Naaman, als der Prophet Elischa ihn bat, zum Fluss zu gehen und dort 7mal einzutauchen, damit sein Aussatz geheilt werde. So etwas Einfaches…und so eine große Gnade.

Kardinal Ratzinger sagte, als er 1996 als Kardinal nach Fatima kam in einer Radiosendung, dass er die mystische und die prophetische Dimension dieser Bitten miteinander verbindet. Mir scheint, unser größter Irrtum ist zu glauben, dass nur große wirtschaftliche und politische Maßnahmen die Welt verändern können. Es ist eine Versuchung, selbst unter Christen, zu denken, dass das Gebet nur wenig Wert hat. Durch dieses Denken geht die innere Einkehr verloren.

Hier in Fatima hören wir von verborgenen Dingen, von Bekehrung, Gebet, Buße, Sühne und Weihe. Sie scheinen keine politische Bedeutung zu haben, sind aber entscheidend; sie sind die erneuernde Kraft der Welt. Uns scheint, dass Sühne keine prophetische Wirkung hat, aber sie ist entscheidend, Sühne ist die erneuernde Kraft der Welt. 

Auch Papst Leo XIV. wies in seiner Predigt am 12. Oktober 2025 darauf hin, das wir, so wie der Syrer Naaman, nicht unbedingt Großes leisten müssen, um Gottes Gnaden zu erhalten.
Der Glaube ist ausschlaggebend

 

Macht aus Deutschland einen Wallfahrtsort

Lieber Leser, es war am 2. Februar, Maria Lichtmess, als ich während einer Hl. Messe vor der Statue einer Fatima-Madonna saß und betete. Dabei brachte ich der Madonna mein Bedauern vor, dass ich auf Grund meiner Krankheit, die mich seit 5 Jahren daran hindert, keine weitere Wallfahrt mehr machen zu können, wie ich sie von früher konnte. Da war ich in Lourdes, in Fatima, in Banneux, in Medjugorje und anderen Orten. Parkinson und Muskelschwund schränken meine Beweglichkeit einfach zunehmend ein. Als ich mit all dieser Trauer über diese Situation die Madonna ansah, sah ich ihr Lächeln, das mich tröstete und plötzlich erfüllte mich ein Gedanke, als wenn ihn mir die Gottesmutter als Botschaft gegeben hätte: Macht doch aus Deutschland einen Wallfahrtsort.

Lioba-Kirche in Petersberg von der Gedenkstätte des Marienküppels aus gesehen

Dieser Einfall erfüllte mich mit Freude und Begeisterung. Ja, das war es, es gibt so viele kranke, behinderte, alte und arme Menschen in unserem Land, denen es nicht möglich ist, eine größere, weitere oder teurere Wallfahrt zu machen. Ihnen gehört dieser Gedanke: ja, auch ihr könnt wallfahren, nämlich in eurer Nähe zu Wallfahrtsorten, die es in ganz Deutschland gibt, zu Gebetsstätten oder Gräbern von Heiligen oder auch zu den Orten, in denen die deutsche Fatima-Nationalmadonna gerade auf ihrem Weg durch die Bistümer Deutschlands, zu Gast ist. Diese Orte kann man erfahren auf der Internetseite: "Fatima bewegt". Es gibt zudem Fatimagebetsstätten in Büren und Lage in NRW.  Zu bekannten Wallfahrtsorten in Deutschland zählen u.a.: Altötting, Kloster Andechs, Bogenberg, Wieskirche, MariaVesperbild, (alle 5 in Bayern) Walldürn (Baden-Württemberg) Stromberg, Werl und Kevelaer (alle 3 in NRW) und viele andere Orte, die, wenn ich sie hier alle nennen würde, die Seiten dieses Beitrages sprengen würden. Wir können allein oder in Gruppen wallfahren. Es hängt von der inneren Einstellung und dem Bedürfnis ab.

Altötting

Was bewegt uns? Sind es Bitten, Ängste oder ist es Dank, den wir Jesus oder Maria vortragen wollen. Wir können aber auch in Gruppen für die Gemeinde, Kranke oder den Weltfrieden beten. Eine Wallfahrt ist eine Reise oder auch kürzere Fahrt, zu einem heiligen Ort wie einer Kirche oder einem Gnadenbild, um Gott oder der Muttergottes näher zu kommen, um Buße zu tun, zu beten und zu danken. Indem ich mich auf den Weg mache, nehme ich auch Unbequemlichkeiten in Kauf, um ein Opfer zu bringen. Was immer mich auch motiviert, eines sollte das Wichtigste sein, nämlich mit allem, was ich tue, Gott oder der Gottesmutter meine Liebe zu erweisen. Diese Liebe soll getragen werden von jedem Gebet, dass wir sprechen, denn kein Gebet, keine Bitte, kein Dank geht dann verloren, und wie die Muttergottes sagte, können wir mit dem Rosenkranz sogar Kriege verhindern, was gerade in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist.

Wir stehen jetzt am Beginn der diesjährigen, sommerlichen Wallfahrtszeit. Nehmen Sie es selbst in die Hand. Sprechen Sie mit Ihrem Ortsgeistlichen und organisieren Sie z.B. eine Krankenwallfahrt, eine Seniorenwallfahrt oder eine Kinderwallfahrt, oder Sie machen sich selbst, allein auf den Weg. Suchen Sie sich einen Wallfahrtsort in Ihrer Nähe. Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen. Die Situation erfordert es, dass die Menschen, die noch glauben, Gott die Ehre geben, damit der Glaubensverlust in unserer Heimat gestoppt wird und wir dem Himmel Wiedergutmachung für die vielen Sünden unserer Zeit anbieten können. Hierbei zählt jedes Opfer und Gebet, wie eben bei einer Wallfahrt, die sich hierfür besonders eignet.

Maria Brünnlein

Warten wir nicht auf die seltene Gelegenheit für eine große, weite, längere und teure Wallfahrt, sondern nutzen wir die Gelegenheit vielleicht öfter eine Wallfahrt in der näheren Umgebung zu machen, und wenn es nur eine Tagesfahrt ist. Damit können wir unserer Heimat neuen Glauben und damit auch die Gnade des Himmels vermitteln. Getragen werden sollte aber jede Wallfahrt durch die Liebe zu Jesus und Maria. Sie sind der Weg, der uns in die ewige Heimat, in den Himmel führt.
Ich wünsche Ihnen eine erfüllende und von liebendem Vertrauen getragende Wallfahrtszeit in Deutschland.

Gerd Schlüter. 
Koordination der Pilgerreise der 
deutschen Fatima-Nationalmadonna

Die Gottesmutter von Kasan – Seele des russischen Volkes

Diese Ikone findet man in jeder gläubigen Familie. Mit ihr werden traditionell Brautpaare gesegnet, vor ihr wird um das Wohlergehen der Familie gebetet, an sie wenden sich die Menschen in all ihren Nöten.

Die Auffindung der Ikone

1579 wütete in der Stadt Kasan ein furchtbares Feuer. Nach dem Brand ist die Gottesmutter der neunjährigen Matrona erschienen. Sie hat ihr aufgetragen, eine vergrabene Ikone ans Licht zu holen. Am 21. Juli 1579 fand das Kind die heilige Ikone in den Trümmern eines Hauses, eingewickelt in Stoff, besetzt mit tausenden Edelsteinen, perfekt erhalten und schön anzusehen. Die heilige Ikone strahlte „Präsenz“ aus. Schon bei der Prozession zur Kirche geschahen die ersten Wunder: zwei Blinde wurden geheilt. Der Priester der Kirche, Hermogenes, hatte die Erscheinung eines der größten Heiligen Russlands, des hl. Sergius von Sardonesch. Dieser Heilige erklärte ihm, dass diese heilige Ikone die Menschen um sich sammeln würde und ein Mittel sei, um die russische Nation zu retten und aufzubauen.

„Befreierin und Beschützerin Russlands“

Von da an war das wundertätige Bild der Gottesmutter von Kasan unter diesem Namen bekannt.
1904 wurde die Original-Ikone aus der Kathedrale in Kasan gestohlen und außer Landes geschmuggelt. 
Im Jahr 1950 tauchte sie in England wieder auf und wurde von Großfürstin Zenia, der Schwester des russischen Zaren Nikolaus II., wegen der Anordnung der Diamanten und Rubine (ein Geschenk Katharina der Großen), zweifelsfrei als Original-Ikone identifiziert. 

Die Ikone der Muttergottes von Kasan war lange Zeit in der Byzantinischen Kapelle in Domus Pacis (Fatima), Bild: WAF USA

Oktoberrevolution 1917 - Kommunistische Herrschaft

Während im Jahr 1917 die Atheisten in Russland die Kontrolle übernahmen und durch die Zerstörung der Kasan-Basilika beweisen wollten, dass Gott nicht existiere, erschien in Fatima die Gottesmutter drei Hirtenkindern. Sie prophezeite die Verbreitung des militanten Atheismus mit weiteren Kriegen - wenn die Menschen nicht auf die Muttergottes hören und nicht beten.

 Der weitere Weg U.L.F. von Kasan
Im Jahr 1970 konnte die Blaue Armee die Ikone erwerben und hat sie 1993 Papst Johannes Paul II. übergeben, der hoffte, dass durch die Gottesmutter von Kasan der Riss zwischen Orthodoxer und Römisch-Katholischer Kirche heilen möge.

Die russische Nation retten

1579 hieß es, dass das heilige Bildnis der Gottesmutter von Kasan die Menschen um sich sammeln würde und ein Mittel sei, um die russische Nation zu retten und aufzubauen.

Das lässt uns an die Worte U.L.F. von Fatima am 13. Juni 1929 in Tuy denken: „Es ist der Augenblick gekommen, in dem Gott den Heiligen Vater auffordert, in Vereinigung mit allen Bischöfen der Welt die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz zu vollziehen. Er verspricht, es (Russland) durch dieses Mittel zu retten…“

Nehmen wir die Worte des Himmels ernst und beten wir!
Das russische Volk liebt die Muttergottes – und die Muttergottes liebt das russische Volk. Sie will, dass alle Menschen gerettet werden. Alle.

Der Ursprung des Fatima-Weltapostolates Unserer Lieben Frau von Fatima

Das Fatima-Weltapostolat wurde im Jahr 1947 in den USA von Pfr. Harold Colgan und Herrn John Haffert unter dem Namen Blaue Armee Unserer Lieben Frau von Fatima (kurz: Blaue Armee Mariens) gegründet. Die Blaue Armee wuchs schnell zu einer Bewegung mit Millionen Mitgliedern in der ganzen Welt. Heute heißt die Organisation Fatima-Weltapostolat mit Internationalem Sekretariat und Sitz im Domus Pacis in Fatima.

Herr John Haffert und Pfr. Harold Colgan, Bild: WAF USA

Lesen Sie hier einige interessante Aspekte von Sr. Lucia aus dem Buch „The History of the Blue Army” (Die Geschichte der Blauen Armee) von John Haffert, dem Mitbegründer der Blauen Armee Mariens, der einen guten Kontakt zu Sr. Lucia pflegte.

Was ist nötig, um die Bekehrung Russlands zu bewirken?

Sr. Lucia antwortete auf die Frage von John Haffert, dass die wesentliche Bitte Unserer Lieben Frau von Fatima den Kindern in der allerersten Frage eröffnet wurde, die sie ihnen stellte: „Wollt ihr euch Gott anbieten, um alle Leiden zu ertragen, die er euch schicken wird, zur Sühne für die Sünden, durch die er beleidigt wird, und als Bitte um die Bekehrung der Sünder?“

Immer und immer wieder betonte Sr. Lucia, dass die Erfüllung und Heiligung unserer täglichen Standespflichten zur Wiedergutmachung für unsere Sünden und für die Bekehrung der Sünder die erste Bedingung ist, um die Flut des Bösen zurückzudrängen. Zugleich wird uns dies die große Gnade der Bekehrung Russlands bringen und eine Ära des Friedens „für die Menschheit“.

Sie betonte aber auch, dass der Rosenkranz in der Tat wichtig ist, weil er eines der Haupthilfsmittel ist, um uns die Heiligung unserer täglichen Pflichten zu erleichtern.

Weitere Mittel zur Heiligung der täglichen Pflichten sind das Skapulier und die Weihe ans Unbefleckte Herz Mariens.

Sr. Lucia: „Das sind die grundlegenden Dinge, die getan werden müssen, um die Bekehrung Russlands zu erlangen.“

Täglich den Rosenkranz beten – das Skapulier tragen als Zeichen der Weihe ans Unbefleckte Herz Mariens – die Opfer darbringen, die die tägliche Pflichterfüllung erfordert – und unser Morgenopfer über den ganzen Tag hinaus ausdehnen.

Eine Ermahnung an die Mitglieder der Blue Army, heute Fatima-Weltapostolat (Sr. Lucia)

Sr. Lucia sagte, dass die Mitglieder der Blauen Armee die Geheimnisse des Rosenkranzes mit größerer Aufmerksamkeit beten sollten. Außerdem sollten sie versuchen, beständig offen zu sein für Gott. 

Sie sprach fast eine Stunde lang über die Wichtigkeit einer wahren Bekehrung seitens der Mitglieder der Blauen Armee (heute: Fatima-Weltapostolat).

 Zu unserer Überraschung sagte sie, dass es Priester gäbe und sogar einige Bischöfe, die den Gebrauch des Rosenkranzes herabsetzen und zur Verehrung Unserer Lieben Frau nicht genügend ermutigen. Sr. Lucia sagte, dass es einzig unsere eigene Bekehrung ist und unsere eigene größere Offenheit Gott gegenüber in jedem Augenblick des Tages, was die Welt verändert, und zwar derart verändert, dass der Triumph des Unbefleckten Herzens kommen kann.

Die Herz-Mariä-Sühnesamstage

Sr. Lucia: die 5 ersten Samstage sind wichtig, weil das die Gelegenheit ist:
1. den Sinn und Zweck der fünf ersten Samstage neu zu bedenken, 
2. unsere Entschlossenheit und unsere Motivation einmal im Monat zu stärken, 
3. und so fähig zu sein, im folgenden Monat die grundlegenden Bitten Unserer Lieben Frau, die sich auf die Heiligung der täglichen Pflichterfüllung konzentrieren, besser zu erfüllen.