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75 Jahre Fatima-Weltapostolat U. L. F. in Deutschland e. V.

Die vorwiegend von Laien getragene Gebetsgemeinschaft „Fatima-Weltapostolat Unserer Lieben Frau in Deutschland e. V.“ ist aus der „Blauen Armee Mariens“ hervorgegangen und aufs engste mit ihr verbunden. Die „Blaue Armee Mariens“ wurde auf Anregung der zuständigen Behörde des Vatikans am 3. Februar 2006 in „Fatima-Weltapostolat“ umbenannt. Es hat seinen Sitz in Fatima / Portugal und verbreitet die für Kirche und Welt so wichtige Botschaft von Fatima in der ganzen Welt. Es unterstützt das Anliegen der Gottesmutter, durch ihr Unbeflecktes Herz die Seelen zu retten und der Welt den Frieden zu bringen.

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Für die Entstehung des heute weltweit bestehenden Fatima-Weltapostolats war die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem sich verstärkenden Ost-/West-Konflikt und der Ausbreitung des Kommunismus prägend.

Am 08. Dezember 1946, dem .,Fest der Unbefleckten Empfängnis", war Pfr. Harold Victor Colgan in Pleinfeld/USA schwer erkrankt. Die Ärzte hatten ihn aufgegeben. Er bat um ein Marienbild und es wurde ihm eine Statue des Unbefleckten Herzens Mariens gebracht. Im Gebet kam ihm in den Sinn: „Sollte mir noch eine Zeit geschenkt werden, so will ich ganz im Dienste Mariens stehen.“ Er konnte nach einigen Monaten das Krankenhaus verlassen. In einer Kleinschrift von Fatima las er: ,,Wenn man meine Wünsche erfüllt, wird Russland sich bekehren." Er unterstrich die Worte: Rosenkranz, Buße, Weihe an die Gottesmutter. Warum sprach man nicht davon? Er äußerte in der Predigt, dass man eine Gegenarmee, eine Armee von Betern brauche, die nicht erobern, sondern bekehren will, sodass man die Rote Armee nicht fürchten brauche. Wer daran mittun will, möge ein blaues Tuch oder ein blaues Kleidungsstuck zur nächsten Sonntagsmesse tragen. Er war erstaunt, dass so viele in blauer Kleidung kamen und sagte von der Kanzel: ,,Das ist ja die Blaue Armee Mariens." Der Bischof war sehr beeindruckt und reagierte mit den Worten: ,,Nicht nur in ihrer Gemeinde, sondern in der ganzen Diözese müssen Sie diese Botschaft verbreiten." So wurde 1947 unter dem Namen .,Blaue Armee Mariens" das Fatima-Apostolat in den USA ins Leben gerufen.

Nach ihrer Verbreitung in Kanada kam die Bewegung im Jahre 1951 auch nach Europa, und zwar zuerst nach Deutschland.

Maßgeblich wurde die Idee von der „Blauen Armee Mariens“ durch Pfr. Andreas Johannes Fuhs, einem Mitglied der Päpstlichen Marianischen Akademie nach Deutschland gebracht. Nach Erlaubnis und Segen durch den Bischof von Trier am 11. Oktober 1951 begann er, unermüdlich und aufopferungsvoll die Botschaft von Fatima in Deutschland und Europa zu verbreiten – angefangen in seiner Pfarrgemeinde im kleinen Dorf Beltheim bei Koblenz und durch viele Predigten in anderen Gemeinden und Städten.

Vor allem durch die Zeitschrift ,,Maria siegt" und durch die von dem Hochwürdigen Herrn P. Karl Pfister in vielen Teilen Deutschlands durchgeführte Rundreise der Pilgermadonna wurde die Blaue Armee Mariens überall bekannt und fand bei den Gläubigen eine begeisterte Aufnahme. Im Jahre 1954 waren bereits über 80.000 Gebetsversprechen eingegangen, was 80.000 Mitgliedern entsprach. Eine hoffnungsvolle Predigt von Pfarrer Fuhs über die rettende Botschaft von Fatima gewann viele Priester und Laien - auch aus den Ostblockstaaten.

Die Marienverehrung wurde mit großer Begeisterung gelebt. Es wurden Einkehrtage und Marienwallfahrten in nahezu allen Diözesen Westdeutschlands durchgeführt. Stets wurde die Fatima-Madonna, die liebevoll mit Blumen geschmückt war, mitgetragen. Auf dem Katholikentag 1954 in Fulda wurde vor 100.000 Teilnehmern die Weihe Deutschlands an die Gottesmutter von Kardinal Frings vollzogen.

Eine große Freude für Pfarrer Fuhs war der Besuch des Gründers Prälat Colgan im Jahre 1962 aus Amerika. Gemeinsam brachten sie eine Fatima-Statue zu Bundeskanzler Konrad Adenauer, damit Maria, die Königin des Friedens, dem zerrissenen und bedrohten Land helfen möge. Als Papst Johannes XXIII. das Konzil ankündigte, überbrachte Pfarrer Fuhs 50.000 abgegebene Gebetsversprechen für das Gelingen des Konzils.

Pfarrer Fuhs wurde 1964 nach Fatima berufen, um dort die Leitung der Internationalen Zentrale der Blauen Armee Mariens zu übernehmen. Dort starb er am 22.06.1967. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Alt-Fatima.

Unter Pater van der Koelen, der leider schon 1977 starb, und sodann unter Pfarrer Dr.Hans Albert Reul entfaltete sich die Bewegung.

Unter der Leitung seines Nachfolgers, Geistlicher Rat Martin Übelhör, der von 1984 -1997 (†13.07.2009) tätig war, konnte das Haus Maria Königin in Oberdischingen zu einem Zentrum werden.

Ein wichtiges Ereignis war die Erneuerung der Weihe Deutschlands an das Unbefleckte Herz Mariens im Jahr 1994 durch Erzbischof Dyba in Fulda unter großer Beteiligung der Gläubigen.

Das Zentrum des Fatima-Apostolates wurde in die Mitte Deutschlands verlegt. Der Sitz des Vereins „Fatima-Weltapostolates U.L.F. in Deutschland e.V.“ (früher: Blaue Armee Mariens) befindet sich seit 1997 in Petersberg bei Fulda, ganz in der Nähe des Grabes des hl. Bonifatius, des Apostels der Deutschen.

In Dankbarkeit für die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ohne Blutvergießen und die Öffnung der Innerdeutschen Grenze errichtete man am Rand von Petersberg auf einem Hügel einen Kreuzweg und eine Christusstätte (Marienküppel - Einweihung am 09.07.1995).

Von 1997 - 2011 wurde die Zentrale des Fatima-Weltapostolates unter der Leitung von Msgr. Ludwig Vogel, der am 05.07.2014 verstarb, in Petersberg geführt. Derzeit wird das Apostolat von einem siebenköpfigen Vorstand unter Vorsitz von Diakon Walter Karger aus Donaustauf bei Regensburg geleitet..

Nach der Gottesmutter hat das deutsche Fatima-Apostolat als besonderen Patron den hI. Josef, den hI. Maximilian Kolbe und hl. Pater Pio, der der Blauen Armee seinen besonderen Schutz versprach.

Das Fatima-Apostolat U.L.F. in Deutschland, nach Diözesen gegliedert, hat bischöflich anerkannte kirchliche Statuten und ist zugleich eingetragener Verein. Es erhebt keine Mitgliedsbeiträge, ist jedoch dankbar für Spenden für seine Apostolatsarbeit. Es ist vollwertiges Mitglied des Fatima-Weltapostolats, welches seit 7. Oktober 2005 vom Päpstlichen Rat für Laien als „Öffentliche internationale Vereinigung von Gläubigen“ anerkannt ist.

Heute zählt die ,,Blaue Armee Mariens" rund 22 Millionen Beter in ca.120 Ländern.

Dennoch gilt es, nicht nachzulassen im Vertrauen auf die Hilfe der Gottesmutter. Wir alle sind aufgerufen, den Ruf der Muttergottes zur Umkehr zu verbreiten!