
Liebe Fatima-Freunde,
„Der Friede sei mit euch.“ Das ist das Erste, was Jesus den Aposteln nach seiner Auferstehung sagt. Auch die Muttergottes von Fatima stellt den Frieden gleich bei ihrer 1. Erscheinung in den Mittelpunkt.
Am 13. Juli 1917 sagte die Muttergottes in Fatima zu den Kindern: „Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, dann wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Krieg und Verfolgungen in der Kirche heraufbeschwören. Die Guten werden gematert werden und der Heilige Vater wird viel zu leiden haben. Verschiedene Nationen werden vernichtet werden.“
Die heilige Jacinta, das Hirtenkind von Fatima, sagte kurz vor ihrer Einlieferung ins Krankenhaus am 1. Juli 1919 zu ihrer Cousine Lucia: “Man soll den Frieden von unserer himmlischen Mutter erbitten, da Gott ihn ihr anvertraut hat.“
Leider kommt oft der Eindruck auf, dass uns gar nicht wirklich bewusst ist, wie wichtig der Friede für uns ist. Dies ist auch nicht verwunderlich, da wir hier in Deutschland seit 80 Jahren nicht direkt von einem Krieg betroffen sind.
An die Auswirkungen von Kriegen in der Welt oder selbst in Europa, gewöhnen wir uns schnell. Wirtschaftliche Einbußen oder Flüchtlingsströme sind normal geworden. Auch unmittelbare Angriffe auf unsere Fernmeldeeinrichtungen, Pipelines in der Ostsee oder Cyberangriffe erzeugen in uns nicht das Gefühl, im Krieg zu sein. Doch der Eindruck der Sicherheit trügt.
Am 20. März diesen Jahres hat der Iran den 4000 km entfernten Militärstützpunkt der Amerikaner und der Briten auf der Insel Diego Garcia im Indischen Ozean mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Raketen hätten auch einen US-Stützpunkt in Deutschland erreichen können. Der US-Flughafen Ramstein in der Eifel ist nur 4000 Kilometer vom Iran entfernt.
Auch der Kriegsschauplatz in der Ukraine ist nur 10 Autostunden von meinem Wohnort Regensburg entfernt.
Wir sollten also alles tun, um Kriege in der Welt und bei uns zu verhindern bzw. zu beenden. Es ist sicherlich gut und sinnvoll, wenn wir gegen Aufrüstung protestieren. Aber wir dürfen auch nicht naiv sein und durch Schwäche andere zur Gewaltanwendung ermutigen. Ebenso falsch ist es, so starke Streitkräfte aufzubauen, dass sich andere Länder bedroht fühlen. Es ist wirklich ein Dilemma, das mit menschlichen Anstrengungen nicht dauerhaft gelöst werden kann. Gewaltanwendungen lösen immer Gegengewalt, oder schlimmer ausgedrückt, Rache aus. Auch das anerkennenswerte Bestreben, in Friedensverhandlungen Gerechtigkeit sicherzustellen und den Aggressor in Verantwortung zu nehmen, führt meist dazu, dass die Konflikte länger dauern und das Gesamtleid zunimmt. Schuld ist selten eindeutig feststellbar.
Wie kann Gott uns helfen,
dauerhaft Frieden zu erreichen?
Gott hätte sicherlich die Möglichkeit, uns in seiner Allmacht über unseren Kopf hinweg zu guten, friedfertigen Menschen zu machen. Aber: Er lässt uns unsere Freiheit gut zu handeln oder schlecht zu handeln.
Aber wir können uns in unserer Freiheit Jesus zum Beispiel nehmen und auf sein Leben und Leiden blicken. Durch das, was uns in der Bibel über Jesus überliefert ist, wird uns klar, wie groß die Versöhnungsbereitschaft und Liebe Gottes ist.
Jesus lehrt uns, dass echter Friede aus einer Beziehung von uns Menschen zu Gott, aus Vergebung, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und dem Nachahmen seiner Lehre entsteht.
Wenn wir zumindest versuchen, Jesus als Vorbild zu nehmen und ihm nachzufolgen, so wird sich als erstes bei uns persönlich innerer Friede einstellen.
Weiter wird sich in der Folge davon auch Friede in unseren Familien, in der Nachbarschaft, sowie sozialer Friede und internationaler Friede einstellen.
Dazu ist es notwendig, dass wir, und vor allem auch unsere Kinder und Enkel, unseren Glauben und die Aussagen der Bibel kennen. Auf dieser Grundlage können wir durch beispielhaftes Handeln und mit Gottes Hilfe Frieden in die Welt bringen.
Neben den Handeln können wir durch Gebet die Welt verändern. Papst Leo XIV. sagte am 11. April 2026 in seiner Ansprache während der Gebetsvigil für den Frieden: „Das Gebet lehrt uns zu handeln. Die begrenzten menschlichen Möglichkeiten verbinden sich im Gebet mit den unendlichen Möglichkeiten Gottes. Gedanken, Worte und Taten sprengen so die teuflische Fessel des Bösen und stellen sich in den Dienst des Reiches Gottes: eines Reiches, in dem es weder Schwerter noch Drohnen, weder Rache noch Verharmlosung des Bösen und auch keinen ungerechten Gewinn gibt, sondern allein Würde, Verständnis und Vergebung.“
Wir dürfen fest darauf vertrauen, dass unsere Gebete Kraft haben, Veränderungen hervorzubringen. Es gibt viele Beispiele wie durch das vertrauensvolle, innige und dauerhafte Gebet vieler Menschen große Probleme gelöst wurden. Hier sei beispielhaft der unblutige Abzug der russischen Besatzungstruppen aus Österreich im Jahr 1955 genannt. In Gesprächen höre ich von Menschen auch immer wieder von Heilungen und Problemlösungen im persönlichen Bereich, nachdem sie sich vertrauensvoll an Gott gewandt haben oder aber die Muttergottes um Fürsprache bei Gott gebeten haben.
Ich möchte Sie daher in einer Zeit zunehmender Spannungen eindringlich bitten und ermutigen, sich im Gebet vertrauensvoll an Gott zu wenden und um Frieden zu bitten. Um Frieden im eigenen Herzen, in der Familie, zu den Mitmenschen, vor allem um Frieden zwischen den Nationen. Es ist leichter einen Krieg zu verhindern, als ihn zu beenden.
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